Zwei Konzerte, beide Male ausverkauftes Haus bei „Pflug singt Krug"
Der Zuspruch zu Liedern des im Oktober 2016 verstorbenen Manferd Krug ist beim Publikum ungebrochen. Dargeboten wurden sie von Jens Pflug und seinen „Swing Serenaders“. „Serenaders, weil eine Geige mit von der Partie ist“, erklärt Pflug, der beim zweiten Konzert ein Heimspiel hat. Er ist Lehrter am Robert-Schumann-Konservatorium, Leiter des Jazzchores und bis vergangenes Jahr der Big-Band „Swing it“. Im Saal des Konservatoriums bringt das fast schon sensationell besetzte Quartett bekannte Krug-Stücke aus DDR-Zeiten zu Gehör, von der einzigen 79er im damaligen Westdeutschland produzierten CD und Werke, die Krug in den 2000ern verfasste, es aber auf keinen Silberling schafften. Das Quartett, mit Pflug am Piano, vereint mit Torsten Adrian an den Drums, Axel Muschen, Geige, und Jens Saleh am Contra-Bass gestandene Jazzmusiker. Saleh zupfte bereits bei „Engerling“ und Axel Donner, Adrian war mit Til Brunner und Udo Lindenberg unterwegs und Muschen spielte die letzten zwei CDs mit Krug ein.
Der erste Titel des Abends („Ich brauche keine Millionen“) verbreitet sofort gute Laune. Die Gäste singen, ohne aufgefordert zu werden, mit: „Musik, Musik, Musik“ hallt es durch den Saal. Sie spenden Applaus für die Solis. Pflug imitiert nicht den rauen, markant ins bluesig-jazzige gehenden tiefen, warmen Bariton von Krug. Vielmehr interpretiert er auf seine Weise den großen Meister mit eigenen in die Lieder, in die Texte gelegten Empfindungen. Der teils gegebene staccato-Applaus, Joler und begeisterte Pfiffe sind Dank dafür. Ein Blick ins Rund verrät: Insbesondere bei den bekannten älteren Titeln („Sonntag“, „Wenn ich dich seh´“, „Wenn Du schläfst mein Kind“, „Der Tag beginnt“) singt so mancher vor sich hin mit. Den etwas unbekannteren Stücken („Warum sagst du mir adieu“, „Da bist Du ja“ oder „Rosalie“) gilt die volle Aufmerksamkeit und faszinierende Überraschung, was Krug so alles an Liedern hinterlassen hat. Das bemerkt auch Pflug und erntet tosenden Beifall, als er sagt: „Ja, auch in der DDR hatten wir richtig gute Musik. Das sollten wir nie vergessen!“
Sicherlich nicht vergessen werden die Zuhörer diesen unterhaltsamen Abend, dem vielleicht bei Gelegenheit eine weitere Krug-Session folgt.
