Wiederauferstehung nach einer emotionalen Zeitreise
Udo Jürgens wurde 1934 in Klagenfurt geboren und wäre heute 91. Dass er nun schon über zehn Jahre seinen Fans fehlt, ist schwer zu glauben. Am 18. November 2014 gastierte Udo Jürgens im Rahmen seiner „Mitten im Leben“-Tournee das letzte Mal in Zwickau. Sein treues Publikum hat Sehnsucht nach dieser charismatischen Persönlichkeit mit den einzigartigen Liedern, die nach wie vor präsent und unvergesslich sind.
Nun, zwölf Jahre danach, war es möglich, Udo Jürgens noch einmal auf der Bühne zu sehen – gemeinsam mit demselben Orchester, das ihn 37 Jahre bei Konzerten überall auf der Welt begleitet hatte. Unter dem Titel „Da Capo Udo Jürgens“ machte die erfolgreich tourende Original-Show nun auch in Zwickau Station.
Dem Publikum in der gut besuchten Arena bot sich eine hervorragend inszenierte, musikalische Zeitreise durch das Werk eines einzigartigen Künstlers. Während aus aufwendig digital bearbeiteten Originalaufnahmen – vorwiegend aus seinem letzten Konzert am 7. Dezember 2014 im Hallenstadion Zürich – seine Stimme separiert wurde, spielte das Pepe-Lienhard-Orchester live auf der Bühne. Die Zuschauer erlebten ein atemberaubendes Spektakel, bei dem Udos überdimensionale Projektion auf der Leinwand mit dem exzellent aufgelegten Orchester harmonisch verschmolz. Klassiker wie „Griechischer Wein“, „Aber bitte mit Sahne“ und „Ich war noch niemals in New York“ wurden teilweise neu arrangiert und sorgten für Gänsehautmomente.
Gespielt wurden auch nicht ganz so bekannte aber typische Udo-Songs wie „Hautnah“, „Alles aus Liebe“ sowie „Ich würd´ es wieder tun“ und „Der Mann ist das Problem“. Zudem gab es ein perfekt abgestimmtes Duett mit Dorothea Lorene „Ich will – ich kann, I can – I will“.
Sehr Unterhaltsam auch die Moderation von Tobias Licht, der im Musical „Ich war noch niemals in New York“ zu erleben war und selbst mit einigen Songs für Begeisterung sorgte.
Die Schluss-Sequenz, gekrönt von der legendären Bademantel-Zugabe, ließ die Herzen des Publikums höher schlagen. Standing Ovations und stürmischer Applaus zeugten von der tiefen Wertschätzung für Udo Jürgens’ Vermächtnis. An diesem magischen Abend, am Ende unter einem blau bewölkten Himmel, schwang dann doch eine melancholische Note mit – ein Abschied für immer, der Spuren hinterlässt.
Fotos: Marc Vorwerk, Detlef Bergmann
