Stern-Combo Meißen begeistert im Gasometer
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60 Jahre ...der weite Weg
„Ich erinnere mich: Unser erstes Konzert in Zwickau war 1968 in einem Kulturhaus. Wir spielten zum Tanztee. Es folgten viele weitere, unter anderem im ‚Amorsaal‘. Ein Blick ins Publikum verrät mir: Es sind viele von damals auch heute wieder da“, begrüßt Martin Schreier nach dem ersten Titel das Publikum im Gasometer und erntet zustimmendes Pfeifen, Joler und Beifall.
Die Stern-Combo Meißen eröffnete das Konzert mit einem weiteren Titel a la „Der Kampf um den Südpol“ oder „Weißes Gold“, dem 2024 entstanden Artrock-Titel „Die Himmelsscheibe von Nebra“. Es folgte ein Querschnitt aus dem Wirken der Band aus den 70ern („Der Alte auf der Müllkippe“, „Was bleibt“, „Weiter Weg“) über die 80er („Stundenschlag“, „Die Eine und der Andere“, „Also, was soll aus mir werden“) bis in die jüngere Zeit („Die Zeder von Jerusalem“, „Nimm die Welt in die Hand“). Vor dem „Was bleibt“ aus dem Jahr 1979 erinnert Spiritus Rektor und Band-Chef Schreier an ehemalige prägende und leider bereits verstorbene Mitglieder der Band wie den Sänger Reinhard Fißler und die Musiker Norbert Jäger und Thomas Kurzhals. Dafür gibt´s tosenden Beifall von den gut dreihundert Gästen.

Manuel Schmid, seit 2012 Mitglied der Band, überzeugte sowohl an den Tasten, insbesondere aber gesanglich. Foto: uhe
Zum „Stundenschlag“ braucht das Rund nicht aufgefordert werden und klatscht im Halbsekundentakt mit. Mit regelrechter dem Thema angemessener Andacht genießt die Zuhörerschaft den „Kampf um den Südpol“, ehe es in eine kurze Pause geht. Schreier erzählt davor: „In der 5. Klasse musste ich eine Wandzeitung zum Thema Amundsen und sein Vorhaben Südpol gestalten. Das hat mich nie wieder losgelassen. Also habe ich später (1977), inspiriert von ‚The Temptations‘, einen Song dazu gemacht“ und setzt sich, sonst die Percussions betätigend, anstelle von Frank Schirmer an die Drums. Er ergänzt noch: „Dazu haben wir auch sogenannte Vorab-Konzerte gespielt, mit Quadrophonie- Effekt. Auch hier ganz in der Nähe in einem alten stillgelegten, von Fans prall gefülltem Bahnhofsgebäude.“ „Teichwolframsdorf!“ ruft´s aus der Masse. Das gibt natürlich Extra-Applaus. Im zweiten Konzertteil schlägt die Stunde von Sänger Manuel Schmid. Stimmlich absolut überzeugend und die überwiegend in den 50er geborenen Damen und Herren im Saal mitreißend, gesteht er: „Übrigens: Mein erstes Konzert als Sänger der Stern-Combo habe ich 2012 genau hier im Gasometer gehabt.“ Der „Nachtzyklus“ („In der kalten Nacht“, „Nächte“, „Eine Nacht“) animiert sogar die einen oder anderen, das Tanzbein zu schwingen. „Eine Nacht“ darf das Publikum dann auch a cappella nochmal teils allein singen.

Passend zum Opener des Konzerts „Die Himmelsscheibe von Nebra“ versammelte sich die Band danach um ein Duplikat selbiger. Foto: uhe
Inzwischen sitzt Martin Schreier mitten in den Stuhlreihen und lauscht „seiner“ Band, nimmt das Hörerlebnis als Gast wahr, ehe er bei „Dein Herz“ wieder mit auf der Bühne agiert. Einem weiteren Titel mit viel Background-Chor eines beseelten Publikums, das bei nächsten Konzerten der Stern-Combo Meißen garantiert wieder dabei sein wird.
