Toni Krahl und "Die Kinx vom Prenzlauer Berg" begeistern in der "Neuen Welt"
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- uhe/bde
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Unter der Haut - viele Emotionen
Nicht „Wand an Wand“ aber mit mehr oder weniger Abstand doch vis-à-vis genossen gut fünfhundert Gäste Toni Krahl und seinen „KINX vom Prenzlauer Berg“ am 4. Advent im Konzert- und Ballhaus „Neue Welt“ das „Genauso war´s“-Konzert. Gespickt mit neuen Titeln gleichnamiger neuen Krahl-Platte und Erfolgshits aus seiner City-Karriere.
Es ist noch kein Ton erklungen, gibt´s bereits Staccato-Applaus und Toni-Toni-Rufe. Den Opener bilden drei neue Titel, ehe mit „Die Sonne geht auf“ ein jüngerer City-Titel aus dem Jahr 2022 folgt. Insgesamt bietet der Abend achtzehn Lieder, jeweils neun neue und neun aus City-Zeiten. Toni Krahl behält es sich vor, alle anzumoderieren und erhält dafür viel, teils aufbrausenden Beifall. Wie vor dem Bettina-Wegner-Song „Kleine Hände“: „Es gibt Leute, die töten, um Gott zu gefallen. Es ist eine Zeit, wo sich Lügen schneller verbreiten als die Wahrheit… uns hilft nur tiefe echte Liebe, dagegen zu halten.“ Es bleibt beklemmend, wenn „durch Schweigen nichts besser wird, auch nicht zum Thema Missbrauch“ und der Titel „Licht zwischen den Zweigen“ folgt.

Toni Krahl riss das Publikum nicht nur mit seinen Liedern, sondern auch mit seinen Moderationen mit.
Bei „Flieg´ ich durch die Welt“ erhält das Publikum die erste größere Mitsinge-Gelegenheit, auch wenn´s nur ein „na na nai, na na na na nai“ ist. Das kommt darauf gleich nochmal gemeinsam bei „Vater glaubte“ zum Einsatz. Nun steht der Saal, ist euphorisch am Klatschen. Wohl auch, weil die im Saal genau diesen Glauben teilen. Krahl gibt alles, springt, tanzt. Reinhard „Herr“ Petereit an der Gitarre und Tobias „b.deutung“ Unterberg am Cello liefern sich ein „Saiten-Duell“. Krahl greift sogleich die sinnlose Diskussion über das Stadtbild auf und schiebt mit „Mitten im Leben“ nach. Der Refrain verklingt das erste Mal, es folgt Beifall auf „offener Szene“. Und weil das Konzert am 4. Advent über die Bühne geht, ertönen „Kling, Glöckchen klingelingeling“ und „Ja, das ist er“, einem an „Die Hobelbank“ angelehntes Weihnachtslied über Santa Claus, das durchaus Hitpotential für so manche Weihnachtsfeier hat.

Mit André Kuntze, Reinhard „Herr“ Petereit, Carsten Klick und Tobias „b.deutung“ Unterberg (von links) hatte Frontman Toni Krahl auch eine Band der Extra-Klasse auf der Bühne.
Erneut wird´s laut im Terrassensaal. Erneut ist die Menge begeistert. Erneut trifft Krahl den Nerv der überwiegend über 50jährigen Gäste. Alles singt lauthals „Berlin, Berlin“ und weiß, dass bei „Z.B. Susann“ irgendwie auch Zwickau gemeint ist. Wie passend dann der Titel „Wand an Wand“. Ehe es mit „Casablanca“ langsam dem Ende des Abends entgegen geht, liefert der Protagonist des Abends mit „Vergiss ihn, Baby“ noch ein Beziehungsdrama, läutet mit „Die letzte Runde“ den Zugabenpart ein. Und endlich, endlich – der Erfolgstitel, mit dem City durchstartete. Er wird zelebriert, von Krahl, den KINX und dem Publikum. „Einmal wissen, dieses bleibt für immer“ lautet dessen erste Textzeile. Für die Ewigkeit werden Toni Krahl und die KINX vom Prenzlauer Berg wohl nicht bleiben. Aber Krahl seine Lieder, wie eben dieses „Am Fenster“. uhe
Vor dem Konzert stellte sich Toni Krahl auch einem interessanten Interview.
Fotos: uhe
