Statt Süßes gab’s Saures - SUMSI MIT PO?
Manchmal liegt die sportliche Wahrheit schmerzlich nah beieinander. Da wollte der FSV Zwickau aus den Fehlern des Chemnitz-Spiels lernen, endlich die geforderte Giftigkeit auf den Rasen bringen und im ewig jungen Derby gegen die Veilchen aus Aue die ersehnte Nagelprobe bestehen. Das Resultat? Ein klassischer Fehlschlag und die schmerzliche Erkenntnis, dass sich der FSV einmal mehr als verlässlicher Aufbaugegner für einen kriselnden Erzrivalen erwiesen hat.
Dass die Partie nach einem lautstarken Pyro-Intermezzo inklusive unschöner Begleiterscheinungen erst einmal unter Schockstarre stand, half den Rot-Weißen reichlich wenig. Statt mit kühlem Kopf dagegenzuhalten, wirkte das Team wie gelähmt. Der erhoffte Lerneffekt? Verpufft. Die sportliche Quittung? Die bittere Derbyniederlage, die tiefer blicken lässt als nur auf die Anzeigetafel. Die Realität: Der FSV ist nur noch Mittelmaß.
Wer Woche für Woche den großen Samariter für angeschlagene Konkurrenten spielt, landet im sportlichen Fahrstuhl schneller im Keller, als ihm lieb sein kann. Und Kompassmodell hin oder her: Jede Aufstiegsdebatte hat auch eine Abstiegsseite. Ein Sprung nach oben ist für den FSV in der Regionalliga derzeit ungefähr so realistisch wie ein ICE-Halt im idyllischen Mosel – doch der Verbleib in der Klasse ist eben auch alles andere als ein Selbstläufer. Das Potenzial ist da – jetzt müssen Taten folgen!
Dennoch gilt:
Panik ist ein schlechter Ratgeber. In Westsachsen muss man jetzt nicht in blinde Häme verfallen oder den Kader komplett redigieren. Die Mannschaft hat mit Spielern wie Lukas Albert, Theo Gunnar Martens und Max Somnitz unbestritten Typen in den eigenen Reihen, die das Zeug zum Unterschiedsspieler haben.
Die zentrale Aufgabe für das Trainerteam um Rico Schmitt wird es nun sein, diese fußballerischen Bausteine zu einem funktionierenden, stabilen Verbund zu schmieden. Dafür braucht es kein langes Kokolores, sondern knallharte Sachkenntnis, taktische Schärfe und das nötige Fingerspitzengefühl im Training und an der Außenlinie.
Wie war das noch mit dem Palindrom am Ende?
Eben: Einfach mal (die Buchstaben) im Kopf neu sortieren, den Op-tim-ismus ausgraben und den Worten endlich Taten folgen lassen. Denn eines ist sicher: Solange der Po der Sumsi vorne ist, kann's bergauf ja nur noch besser werden!
