Mimmelblaue Geigen mit rot-weißem Staccato
Der FSV Zwickau hat beim Chemnitzer FC eine empfindliche 1:3-Niederlage kassiert. Im Stadion an der Gellertstraße waren die „Schwäne“ chancenlos; die angekündigte Wiedergutmachung für die blamable Heimklatsche gegen den Greifswalder FC blieb aus. Das Gezeigte war kein Fußball zum Verwöhnen: Zu langsam, zu weit weg vom Gegenspieler und nicht entschlossen genug – ausgerechnet jene Tugenden fehlten, die es in einem Derby unbedingt braucht. Ganz anders die Gastgeber: Vor über 10.000 Zuschauern lief der CFC bei drückenden 40 Grad zur Höchstform auf und war den Gästen in allen Belangen überlegen. Erstaunlicherweise gab es trotz der extremen Hitze keine Trinkpausen!
Bereits in der 11. Spielminute ging der CFC durch eine sehenswerte Einzelaktion von Alberico in Führung. Weitere Gelegenheiten konnte der FSV zunächst noch wegverteidigen, ehe es kurz vor der Pause durch einen Kopfball von Marx zum zweiten Mal im Gehäuse der Zwickauer schepperte. Der eingewechselte Vogt besorgte in der 63. Minute das 3:0, ehe Lennert Möbius in der Nachspielzeit zumindest noch der Ehrentreffer für den FSV gelang.
Thema TRINKPAUSEN
Abseits
Für Jürgen, der es seit Jahren mit den Rot-Weißen hält, war der Abend sehr ernüchternd – auch wenn er nach eigener Aussage "schon so eine Vorahnung" hatte. Er verfolgte die Partie im Stadion zusammen mit seinen Enkeln Kevin und Bastian, die allerdings eher dem CFC die Daumen drücken.

Am Ende sind Freud und Leid eng beisammen, Bastian, Kevin und Jürgen (v.l.) © z2000/bde
Die beiden absolvieren derzeit in Chemnitz einen Feuerwehr-Lehrgang zum Truppmann. Sie hatten erst wenige Tage zuvor an einer Stadionbesichtigung teilgenommen, bei der es unter anderem um Gewaltprävention ging. Was mögliche Ausschreitungen betrifft, blieb das Bezirksderby – abgesehen von einigen Bengalos im FSV-Block – ohne größere Zwischenfälle. An der Unterstützung der mitgereisten rot-weißen Anhänger hat es übrigens nicht gelegen: Sie gaben über 90 Minuten alles und feierten ihr Team und sich selbst.
Am kommenden Sonntag geht es für den FSV zum ersten Mal in dieser Saison nach Berlin zum BFC Dynamo – eine gute Gelegenheit, um das erste Kapitel eines neuen FSV-Bestsellers zu schreiben.
