Dädalus-Jünger lieferten sich spannende Wettkämpfe am Zwickauer Himmel
85 Spitzen-Segelflieger kämpften in den zurückliegenden zwei Wochen um den Deutschen Meistertitel in der Standard- und 15m-Klasse. Gut ein Drittel war oder ist Nationalteam-Kader, konnte bereits international auf dem Podium stehen. Gut die Hälfte war demnach für den 2026er Meistertitel gut. Doch die neuen Meister und Platzierten können dahingehend fast als „no-names“ betitelt werden.
Zwickau - Nach zwölf angesetzten und fünf tatsächlichen Wertungstagen hieß es am Samstag, 6. Juni, für die (fast) lautlosen Flugkapitäne Abbau, Zusammenpacken und zur abschließenden Siegerehrung gehen. Die besten deutschen Segelflieger der 15m- und Standard-Klasse nahmen Abschied vom Flugplatz in Zwickau. Zum zwölften Mal war der Aeroclub Zwickau von der Bundeskommission Segelflug damit betraut worden, eine Deutsche Segelflug-Meisterschaft auszurichten.

Gespannt saßen die Segelflugpiloten zur Auswertung der Meisterschaft im Hanger des Aeroclubs.
Sowohl Wettbewerbsleiter und Aeroclub-Vorsitzender Joachim Lenk als auch der sportliche Leiter Werner Meuser zogen zur Siegerehrung eine positive Bilanz über den Wettbewerb. Auch alle Teilnehmer und deren Crews zeigten sich voll auf begeistert vom Flugplatz selbst und der Betreuung. Werner Meuser verkündete unter tosendem Beifall für über Jahre getane Arbeit seinen Rückzug als sportlicher Leiter von nationalen Segelflugmeisterschaften. Insgesamt konnten fünf Tagesaufgaben geflogen werden, zwei Racing-Task (Rennaufgabe mit schnellster Durchschnittsgeschwindigkeit) und drei Area-Task (Wendegebietsaufgabe). Regentage und zu tief hängende Wolkenbasen verhinderten weitere Aufgabenstellungen. In beiden Klassen wurden insgesamt 76 300 Kilometer zurückgelegt. Es gab auch diesmal leider zwanzig Außenlandungen auf Fluglandeplätzen und Feldern, die glücklicherweise alle schadlos blieben. Höchst geflogener Speed war in der 15m-Klasse 113,74 und in der Standard-Klasse 109,37 km/h.

Neben den Urkunden und Pokalen winkten den Erst- bis Drittplatzierten auch verschiedene Sachpreise.
Es ging bei dieser DM allerdings nicht nur um den Titel. Es wurde auch ein Platz in der neuen Nationalmannschaft erflogen und die Startberechtigung für die anstehenden Welt- und Europa-Meisterschaften. Jeweils Meister und Vize qualifizierten sich für die WM, Dritter und Vierter für die EM.
Aufgrund des vorwiegend herrschenden sogenannten „Würfelwetters“ (turbulente Wetterlagen mit schwer zu prognostizierenden Wettermodellen) und den wenigen Flugtagen blieben die Entscheidungen in beiden Klassen bis zum Ende spannend. Das zeigen am Schluss auch die geringen Punktabstände. In der 15m-Klasse trennten Platz 1 und Platz 3 lediglich 17 Zähler. Bei den Standards lagen zwischen dem Meister und seinen Nachfolgenden nur 24 oder 27 Punkte. Zwar schwer zu vergleichen, würde das in einem 100-m-Sprint in den Tausendstelbereich gehen.
In der Standard-Klasse setzte sich am Ende Claus Triebel (Segelflugzentrum Ottengrüner Heide) mit 3075 Punkten durch. Vizemeister wurde Jan Kretzschmar (Aeroclub Lichtenfels / 3051 Pkte). Platz drei ging an Benedikt Waegele (Segelflugzentrum Königsdorf / 3024 Pkte), der damit auch bester Junior dieser Meisterschaft war.
Konnten sich in der Standard-Klasse durchsetzen: Jan Kretzschmar (2., links), Claus Treiebl (1.) und Benedikt Waegele (3., rechts).
Die 15m-Klasse entschied David Niedzielski (Luftfahrtvereinigung Greven) mit 3025 Punkten für sich. Ihm folgten auf Platz 2 Hermann Leucker (Luftsportclub Leverkusen) mit 3014 und Christoph Nacke (Luftsportverein Aichach) mit 3008 erflogenen Wertungspunkten. Die jeweils Vierten jeder Klasse – Sören Nölke (Standard) und Jürgen Schuster (15m) – komplettieren das EM- und WM-Starterfeld, das im Anschluss der Siegerehrung vom Bundestrainer Carsten Kopsieker die Nominierung erhielt.
Nach der Siegerehrung sprach Bundestrainer Carsten Kopsieker den jeweils vier Erstplatzierten jeder Flugklasse die Nominierung zu den anstehenden Europa- beziehungsweise Weltmeisterschaften aus.

„Einmal muss auch genug und vorbei sein!“, verkündete Werner Meuser den Abschied als sportlicher Leiter bei Deutschen Meisterschaften.
Weiter Stimmen zur Meisterschaft:
Ein großes Dankeschön und sehr viel Lob galt nach der Meisterschaft den fleißigen Helfern des Aeroclubs Zwickau.
FOTOS: uhe
Das Fazit aller Aktiven und Nichtaktiven lautete: Gerne wieder!